Lehre

Lehrangebot im Wintersemester 2023/24

Hinweise für das Abfassen von Haus- und Abschlussarbeiten

B.Pol.701 „Politische Kultur, Akteurshandeln und Öffentlichkeit“

Das Modul setzt sich aus dem Besuch der Vorlesung und der erfolgreichen Teilnahme an einem der angebotenen Seminare zusammen.

Vorlesung: Prof. Dr. Simon Franzmann: Empirische Demokratieforschung

Zeit: dienstags 10:00 – 12:00 Uhr

Ort: ZHG 108

Vorlesungsdetails

Der weltweite Siegeszug der Demokratie als Staatsform galt in den 1990er Jahren als unaufhaltsam. Indes machte sich in den vergangenen Jahren zunehmend Ernüchterung breit:  Nicht nur wurden in den Transitionsstaaten Mittelosteuropas sowie in Asien und Lateinamerika demokratische Reformen zurückgenommen, sondern auch die vermeintlich etablierten „westlichen“ repräsentativen Demokratien werden von populistischen Parteien und Bewegungen infrage gestellt. Wie können diese Entwicklungen politikwissenschaftlich analysiert werden?

Die Vorlesung startet mit einem Überblick über die wesentlichen konzeptionellen und forschungspraktischen Grundlagen zur Unterscheidung von Demokratie und Autokratie. Es wird das Konzept der eingebetteten Demokratie ebenso besprochen wie verschiedene institutionelle Spielarten der Demokratie und Untertypen der repräsentativen Demokratie. Dabei werden auch Fragen der Messung der Demokratiequalität behandelt, in Analysen des Handelns politischer Akteure wie Parteien und politische Bewegungen eingeführt und die kulturellen Voraussetzungen für das Funktionieren einer Demokratie diskutiert. Schließlich werden zur Veranschaulichung einzelne konkrete Projekte des Instituts für Demokratieforschung vorgestellt.

Literatur:

Boese, Vanessa A., Nazifa Alizada, Martin Lundstedt, Kelly Morrison, Natalia Natsika, Yuko Sato, Hugo Tai, and Staffan I. Lindberg. (2022). Autocratization Changing Nature? Democracy Report 2022. Varieties of Democracy Institute (V-Dem).

Caramani, Daniele (2017): Comparative Politics. Oxford University Press.

Merkel, Wolfgang (2010): Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung. Springer Verlag.

Schäfer, Armin und Michael Zürn (2021): Die demokratische Regression. Suhrkamp.

Seminare

Joschua Helmer: Issue Competition im Parteienwettbewerb, dienstags 14:00-16:00 Uhr, Bibliothek des IfDems.

Seminardetails

Das Seminar widmet sich der Frage, welche Rolle politische Issues, also Themen, Inhalte und Sachfragen, im Parteienwettbewerb spielen. Dazu wird zunächst beleuchtet, wie verschiedene Issues in die mediale Berichterstattung gelangen und anschließend analysiert, wie Parteien Issues aufgreifen und im Parteienwettbewerb zur Mobilisierung nutzen.

Als Prüfungsleistung ist die strukturierte und nachvollziehbare Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragestellung in einer Hausarbeit von 12-15 Seiten vorgesehen. Materialien und Literatur zur Unterstützung von Planung und Schreibprozess werden zur Verfügung gestellt. Die Konzeption der Hausarbeit ist in den gesamten Seminarablauf integriert und schließt mit einem Kolloquium zur Hausarbeit ab.

Die Bereitschaft zur regelmäßigen Rezeption und aktiven Bearbeitung englischsprachiger Journal-Artikel ist zwingend notwendig.

Felica Riethmüller: Social Group Identities in Party Competition: Strategies, Allieances, and Change, mittwochs 10:00-12:00 Uhr, VG 1.108.

Seminardetails

In today’s ever-evolving political landscape, understanding how political parties engage with and mobilize diverse social group identities is paramount. Achen and Bartels (2017: 4) go as far as to state that “voters, even the most informed voters, typically make choices not on the basis of policy preferences or ideology, but on the basis of who they are – their social identities.” This seminar delves into the complex dynamics of party competition, exploring the strategies employed, alliances formed, and the catalysts for change that shape how parties compete for voters in the 21st century. In the first part of the seminar, we will explore what social group identities are and why we should study them. The second part will focus on which role social group identities play in party competition, looking at the supply side (party communication: manifestos, press releases, media, …) and the demand side (voters and their motivations and choices).

The seminar intends to give students a theoretically grounded overview of the research on social group identities in party competition. It focuses thereby on empirical-analytical research and aims to equip students not only to better understand empirical studies they read but also to conduct their own projects.

Denise Al-Gaddooa: Vergleichende Parteien- und Parteienwettbewerbsforschung, montags 14:00-16:00, VG.4.102.

Seminardetails

Das Seminar behandelt ausgewählte Themen der vergleichenden Parteien- und Parteienwettbewerbsforschung. Zunächst erfolgt eine Einführung in die theoretischen Grundlagen des politischen Wettbewerbs anhand räumlicher Modelle sowie der Salienztheorie. Im weiteren Verlauf sollen aktuelle Themen, wie Fragen rund um die Repräsentationsfunktion von Parteien, der „Niedergang“ etablierter Parteien sowie der Wahlerfolg (rechter und grüner) Nischenparteien diskutiert werden. Es wird ebenfalls eine praktische Übung (mit RStudio) geben, um das Arbeiten mit Datensätzen (MARPOR, CHES) sowie der Messung von Positionen und Salienzen zu üben. Für die Teilnahme am Seminar sind keine Vorkenntnisse im Bereich der Parteienforschung oder in RStudio notwendig.

Klaudia Hanisch: Pfade der Systemtransformation im Osten Europas. Politische Eliten, Konfliktlinien und Populismus in Polen und der Ukraine,

Einzeltermine: Montag, 30.10.2023 16:00-18:00 Uhr; Samstag, 25.11.2023 10:00-18:00 Uhr; Sonntag 26.11.2023 12:00-16:00 Uhr; Samstag 16.12.2023 10:00-18:00 Uhr; Sonntag 12:00-16:00 Uhr.

Seminardetails

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Ost- und Ostmitteleuropa sowie der Unabhängigkeit der postsowjetischen Staaten haben sich Polen und die Ukraine auf unterschiedlichen, jedoch in beiden Fällen spannungsgeladenen und widersprüchlichen Pfaden der Demokratisierung bewegt. Die Ergebnisse dieser Transformationsprozesse entsprachen nur selten den optimistischen Annahmen von Transitionstheoretikern. Stattdessen waren sie geprägt von Brüchen, Phasen gesellschaftlicher Mobilisierung und demokratischen Backlashes. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine markiert zudem eine bedeutende Zäsur für Osteuropa, deren Auswirkungen auf die politische Kultur wissenschaftlich noch schwer zu erfassen sind.

Das Ziel des Seminars ist es, ein Verständnis für die Komplexität der Transformationsprozesse in Osteuropa nach 1989 zu entwickeln und gleichzeitig anhand von Fallstudien zu Polen und der Ukraine die Schlüsselkonzepte der Parteienforschung zu vertiefen. In einer vergleichenden Perspektive werden wir uns anhand aktueller wissenschaftlicher Debatten den Themen der kulturellen Hinterlassenschaften, der Entwicklung politischer Eliten, der gesellschaftlichen und regionalen Konfliktlinien sowie dem Populismus als einer dünnen Ideologie in Polen und der Ukraine nähern.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

B.Pol.703 Demokratie und gesellschaftliche Konflikte.

Das Modul setzt sich aus der erfolgreichen Teilnahme an zwei Seminaren zusammen. Die Prüfungsleistung erbringen sie in einem Seminar.

Dr. Stine Marg: Rechte Akteure in Deutschland: Zwischen Konservatismus, Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus, donnerstags 8:00-10:00 Uhr, VG 0.111.

Seminardetails

Während mit Blick auf Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus in den 1980er und 1990er Jahren die Bestimmungsgründe für Wahlverhalten und rechte Einstellungen im Vordergrund standen (demand side), dominiert mittlerweile die Perspektive auf die rechten Akteure (supply side). So geraten Parteien und soziale Bewegungen ebenso in den Fokus, wie rechte Milieus, kulturelle Initiativen, Szenen und Erlebniswelten sowie Netzwerke und intellektuelle Solitäre. All diese Akteure greifen auf unterschiedliche Organisationsweisen zurück und präferieren verschiedene Betätigungsfelder. Außerdem rekurrieren sie sowohl auf übergreifende ideologische Versatzstücke und gemeinsame thematischen Schwerpunkte – weisen aber zugleich zahlreiche Differenzen auf, die genau zu betrachten sind.

Ziel des Seminars ist es, sich einen Überblick über rechte Akteure in Deutschland seit 1945 zu verschaffen – mit einem Schwerpunkt auf die Zeit nach 1990. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sowohl rechte Parteien als auch Bewegungen, Netzwerke und Akteure. Wir diskutieren über die ideologischen Hintergründe, thematischen Schwerpunkte, die Betätigungsfelder und den organisatorischen Aufbau der rechten Akteure ebenso wie über deren Entstehungsbedingungen und Ursachen für die elektoralen und/oder diskursiven Erfolge. Gleichzeitig eignen wir uns im Seminarverlauf den dafür nötigen begrifflichen Apparat an, um pragmatisch und zweckdienlich zwischen Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus und Konservatismus differenzieren zu können.

Dr. Otto-Eberhard Zander: Der deutsche Militarismus – Vom Kaiserreich 1871 bis zum Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1945, donnerstags 10:00-12:00, VG 2.101.

Seminardetails

Im Seminar soll die Entwicklung des deutschen Militarismus vom Kaiserreich bis zur Aufstellung von Streitkräften im geteilten Deutschland nach 1945 thematisiert werden. Die Auswirkungen des Militarismus in der föderalen konstitutionellen Monarchie, im demokratischen System der Weimarer Republik und während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bis 1945 werden dabei ebenso behandelt, wie auch die frühzeitige Aufstellung von bewaffneten Organen in der kommunistischen Diktatur und der Aufbau von Streitkräften in der Demokratie der Bundesrepublik Deutschland zur Anschauung gebracht werden. Die im Militarismus festzustellende Neigung zum Rechtsextremismus soll ebenso zur Sprache kommen, wie auch der kommunistische Militarismus in der DDR „Kampf gegen Militarismus und Faschismus“ thematisiert werden wird.

Klaudia Hanisch: Pfade der Systemtransformation im Osten Europas. Politische Eliten, Konfliktlinien und Populismus in Polen und der Ukraine,

Einzeltermine: Montag, 30.10.2023 16:00-18:00 Uhr; Samstag, 25.11.2023 10:00-18:00 Uhr; Sonntag 26.11.2023 12:00-16:00 Uhr; Samstag 16.12.2023 10:00-18:00 Uhr; Sonntag 12:00-16:00 Uhr.

Seminardetails

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs in Ost- und Ostmitteleuropa sowie der Unabhängigkeit der postsowjetischen Staaten haben sich Polen und die Ukraine auf unterschiedlichen, jedoch in beiden Fällen spannungsgeladenen und widersprüchlichen Pfaden der Demokratisierung bewegt. Die Ergebnisse dieser Transformationsprozesse entsprachen nur selten den optimistischen Annahmen von Transitionstheoretikern. Stattdessen waren sie geprägt von Brüchen, Phasen gesellschaftlicher Mobilisierung und demokratischen Backlashes. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine markiert zudem eine bedeutende Zäsur für Osteuropa, deren Auswirkungen auf die politische Kultur wissenschaftlich noch schwer zu erfassen sind.

Das Ziel des Seminars ist es, ein Verständnis für die Komplexität der Transformationsprozesse in Osteuropa nach 1989 zu entwickeln und gleichzeitig anhand von Fallstudien zu Polen und der Ukraine die Schlüsselkonzepte der Parteienforschung zu vertiefen. In einer vergleichenden Perspektive werden wir uns anhand aktueller wissenschaftlicher Debatten den Themen der kulturellen Hinterlassenschaften, der Entwicklung politischer Eliten, der gesellschaftlichen und regionalen Konfliktlinien sowie dem Populismus als einer dünnen Ideologie in Polen und der Ukraine nähern.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

M.Pol.001 Forschungslogik und Forschungsdesign

Das Modul besteht aus einem Seminar.

Wie kann eine Forschungsfrage sinnvoll formuliert werden? Wie kann die Relevanz dieser Forschungsfrage gut begründet werden? Welche Methode – ob qualitativ oder quantitativ – ist die geeignetste zur Beantwortung der Forschungsfrage? Diese Veranstaltung gibt einen einführenden Überblick in die wissenschaftstheoretischen Grundlagen sozialwissenschaftlicher Forschungslogik und Forschungsdesigns. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Erstellung und Analyse sozialwissenschaftlicher Konzepte als Ausgangspunkt jeder Art guter sozialwissenschaftlicher Forschung. Diese Lehrveranstaltung beginnt zunächst inhaltlich recht abstrakt, bietet Ihnen aber im Verlauf Ihres Studiums einen hohen praktischen Nutzen bei der Umsetzung schriftlicher Arbeiten – von der Haus- über die Master bis hin zu einer möglichen Doktorarbeit.

Literatur:

  • Ganghof, Steffen (2019): Forschungsdesigns in der Politikwissenschaft: Eine theorieorientierte Perspektive mit Anwendungsbeispielen. Springer Essentials.
  • Goertz, Gary (2020): Social Science Concepts and Measurement. Princeton.
  • Gschwend, Thomas und Frank Schimmelfenning (Hg.) (2007): Forschungsdesign in der Politikwissenschaft, Campus Verlag: Frankfurt/Main, New York.
  • Toshkov, Dimiter (2016): Research Design in Political Science. Palgrave.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

M.Pol.005b Institutionen, Parteien und gesellschaftliche Konflikte in liberalen Demokratien

Das Modul besteht aus einem Seminar.

PD Dr. Stephan Klecha: Parteiensystem und Parteien in Ostdeutschland, dienstags 18:00-20:00 Uhr, Bibliothek des IfDems.

Das ostdeutsche Parteiensystem weist einige Besonderheiten auf. Parteien haben teilweise erhebliche Unterschiede in Organisationskraft, Wahlergebnissen oder Personalauswahl gegenüber ihren westdeutschen Schwesterverbänden. Seit 1990 gilt zudem, dass bundesdeutsche Wahlen in Ostdeutschland gewonnen oder verloren werden. Abweichungen im Parteiensystem und in den Parteien eröffnen eine eigenständige Forschungsperspektive, der im Seminar nachgegangen werden soll.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

M.Pol.008a Demokratie, Parteien und gesellschaftliche Konflikte

Das Modul besteht aus einem Seminar.

PD Dr. Stephan Klecha: Parteiensystem und Parteien in Ostdeutschland, dienstags 18:00-20:00 Uhr, Bibliothek des IfDems.

Das ostdeutsche Parteiensystem weist einige Besonderheiten auf. Parteien haben teilweise erhebliche Unterschiede in Organisationskraft, Wahlergebnissen oder Personalauswahl gegenüber ihren westdeutschen Schwesterverbänden. Seit 1990 gilt zudem, dass bundesdeutsche Wahlen in Ostdeutschland gewonnen oder verloren werden. Abweichungen im Parteiensystem und in den Parteien eröffnen eine eigenständige Forschungsperspektive, der im Seminar nachgegangen werden soll.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

M.Pol.951 Demokratieforschung: Gesellschaftliche Konflikte (Alte Prüfungsordnung)

Das Modul setzt sich aus der erfolgreichen Belegung beider Seminare (insgesamt 3 SWS) zusammen. Die Prüfungsleistung wird in einem Seminar erbracht.

PD Dr. Stephan Klecha: Parteiensystem und Parteien in Ostdeutschland, dienstags 18:00-20:00 Uhr, Bibliothek des IfDems.

Das ostdeutsche Parteiensystem weist einige Besonderheiten auf. Parteien haben teilweise erhebliche Unterschiede in Organisationskraft, Wahlergebnissen oder Personalauswahl gegenüber ihren westdeutschen Schwesterverbänden. Seit 1990 gilt zudem, dass bundesdeutsche Wahlen in Ostdeutschland gewonnen oder verloren werden. Abweichungen im Parteiensystem und in den Parteien eröffnen eine eigenständige Forschungsperspektive, der im Seminar nachgegangen werden soll.

Prof. Dr. Simon T. Franzmann: Masterkolloquium: Forschungspraxis Demokratie und gesellschaftliche Konflikte, montags 12:00-14:00 Uhr s.t., VG 3.105.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.

M.Pol.952, M.Pol.1000, M.Edu.100 Masterkolloquium

Prof. Dr. Simon T. Franzmann: Masterkolloquium: Forschungspraxis Demokratie und gesellschaftliche Konflikte, montags 12:00-14:00 Uhr s.t., VG 3.105.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie im Vorlesungsverzeichnis und StudIP.